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Roberto Juarroz 

 

 

Het onvertaalbare lied

 

De eigen hand als kussen nemen.

De hemel doet dat met zijn wolken,

De aarde met haar kluiten

En de boom, die met zijn

Eigen bladeren valt.

 

Alleen zo kan men het lied

Zonder afstand horen,

Het lied dat niet in het oor gaat,

Omdat het in het oor is,

Het eeuwige lied, dat zich niet herhaalt.

 

Elk mens heeft

een onvertaalbaar lied nodig.

 


 

 

 

 

 

Poesía vertical

 

 


een

13

 

Es gibt Worte, die wir nicht sagen

und ungesagt in die Dinge legen.

 

 

Und die Dinge bewahren sie,

und eines Tages antworten sie uns mit ihnen

und retten uns die Welt

wie eine geheime Liebe,

an deren beiden Enden

ein einziger Zugang ist.

 

 

Gibt es nicht doch irgendein Wort

von jenen, die wir nicht sagen,

das wir womöglich ungewollt

in das Nichts gestellt haben?

 

13

Hay palabras que no decimos

y que ponemos sin decirlas en las cosas.

 

 

Y las cosas las guardan,

y un día nos contestan con ellas

y nos salvan el mundo,

como un amor secreto

en cuyos dos extremos

hay una sola entrada.

 

 

¿No habrá alguna palabra

de esas que no decimos

que hayamos colocado

sin querer en la nada?

 


17

Man muss fallen und kann sich den Ort nicht aussuchen.

Aber es gibt ein gewisses Wehen in den Haaren,

eine gewisse Pause beim Aufschlag,

einen gewissen Winkel des Armes,

den wir ändern kannen, während wir fallen.

 

 

Es ist bloss das Äusserste eines Zeichens,

die gedankenlose Spitze eines Gedankens.

Doch das genügt, um den knauserigen Grond einiger Hände

und das blaue Elend eines verlassenen Gottes zu vermeiden.

 

 

Es geht darum, ein Komma ein wenig mehr zu beugen

in einem Text, den wir nicht verbessern können.

 

 

17

Hay que caer y no se puede elegir dónde.

Pero hay cierta forma del viento en los cabellos,

cierta pausa del golpe,

cierta esquina del brazo

que podemos torcer mientras caemos.

 

 

Es tan sólo el extremo de un signo,

la punta sin pensar de un pensamiento.

Pero basta para evitar el fondo avaro de unas manos

y la miseria azul de un Dios desierto.

 

 

Se trata de doblar algo más una coma

en un texto que no podemos corregir.

 

 


25

Der Himmel hat auch Falten,

doch nicht, um einem Gedanken zu dienen.

 

 

Der Himmel hat Falten,

um ein wenig Schatten abzusondern

und ihn zu beschützen

und auszuruhen.

 

 

Wenn sich alles glättet,

bleiben die Himmelsfalten,

um den Glauben des Universums zu tragen.

 

 

Und sogar der Himmel selbst

flüchtet sich manchmal ganz in seine Falten,

um glauben zu konnen.

 

25

El cielo también tiene arrogas

y no para servir a un pensamiento.

 

 

El cielo tiene arrogas

para apartar un poco de sombra

y protegerla

y descansar.

 

 

Cuando todo se alisa,

quedan las arrogas del cielo

para sostener la fe del universo.

 

 

Y basta el cielo mismo

se refugia a veces todo en sus arrugas

para poder creer.

 


46

Es sollte nicht möglich sein

einzuschlafen, ohne in der Nähe

eine Stimme zu haben, um aufwachen zu können.

 

 

Es sollte nicht möglich sein

einzuschlafen, ohne in der Nähe

die eigene Stimme zu haben, um aufwachen zu können.

 

 

Es sollte nicht möglich sein

einzuschlafen, ohne genau in dem Moment

aufzuwachen, in dem der Traum

jenen offenen Augen begegnet,

die keinen Schlaf mehr benötigen.

 

 

46

No debiera ser posible

dormirse sin tener cerca

una voz para poderse despertar.

 

 

No debiera ser posible

dormirse sin tener cerca

la propia voz para poderse despertar.

 

 

No debiera ser posible .

dormirse sin despertar

en el momento justo en que el suefio se encuentra

con esos ojos abiertos

que ya no necesitan dormir más.

 


49

Du, der du viel inniger draussen lebst,

kannst mir vielleicht sagen,

wo das Auge des Todes beginnt.

 

 

Denn hier drinnen

bricht der Blick des Todes ab,

gelangt zu keinem Auge,

kommt von keinem,

bereut es in der Luft.

Es ist genau dies:

eine vorgetäuschte Luft,

um Gespenster zu erschrecken.

 

 

Ich mochte, dass du mir sagst,

ob auch dort draussen

die Zeit des Todes aufgehört hat.

 

49

Tú que vives más entrañadamente afuera

tal vez puedas decirme

dónde comienza el ojo de la muerte.

 

Porque aquí dentro

la mirada de la muerte se corta,

no llega a ningún ojo

ni viene de ninguno,

se arrepiente en el aire.

Es justamente eso:

un aire simulado

para asustar fantasmas.

 

Yo quiero que me digas

si también allí afuera

el tiempo de la muerte ha terminado.

 


Twee

4

Warauf es ankommt, ist nicht, die losen Enden zu verbinden,

sandern die Schlusserfahrung ihrer :äussersten Grenzen zu spüren.

 

Die äussersten Grenzen, die wir spüren,

verschmelzen in uns,

bis sie zu einer einzigen werden.

 

Und darauf kommt es an,

abwahl diese äusserste Grenze niemand mehr spürt,

abwohl sie uns verwandelt in das loseste Ende.

 

4

La que importa no es unir los cabos sueltos

sino sentir la experiencia terminal de sus extremos.

Los extremos que sentimos

se funden en nosotros

basta convertirse en uno solo.

 

 

Y es eso lo que importa,

aunque a ese extremo ya no lo sienta nadie

aunque él nos convierta en el cabo más suelto.

 


16

Die Mitte ist kein Punkt.

Sonst ware sie leicht zu treffen.

Sie ist nicht einmal die Kürzung eines Punktes in sein Unendliches.

 

Die Mitte ist eine Abwesenheit

des Punktes, des Unendlichen und sogar der Abwesenheit,

und man trifft sie nur mit Abwesenheit.

 

Sieh mich an, nachdem du gegangen bist,

obwohl ich erst da bin, wenn ich gehe.

Jetzt hat mich die Mitte gelehrt, nicht da zu sein,

aber später wird die Mitte hier sein.

 

16

El centro no es un punto.

Si lo fuera, resultaria fácil acertarlo.

No es ni siquiera la reducción de un punto a su infinito.

 

El centro es una ausencia,

de punto, de infinito y aun de ausencia

y sólo se acierta con ausencia.

 

Mírame después que te hayas ido,

aunque yo esté recién cuando me vaya.

Ahora el centro me ha enseñado a no estar,

pero más tarde el centro estará aqui.

 


61

Denken raubt uns das Sehen.

 

Wo ist dann die Sicht,

ihr Faden der Musik ohne Klangvariationen,

ihre Übereinkunft von Auge und Traum,

ihr Raum, wo nur das Gehen Raum findet?

Wo ist der Gedanke, der nichts raubt?

 

Das Denken, wenngleich geringer als andere,

ist auch eine Abwesenheit.

Und ein Vergessen, das wächst.

Ferner noch alleinbleiben

und die Türe öffnen, um zu entschwinden.

 

61

 

Pensar nos roba el mirar.

 

¿Dónde está entonces la visión,

su hebra de musica sin variaciones de sonido,

su coincidencia de ojo y sueño,

su espacio donde sólo el pasar encuentra espacio ?

¿Dónde está el pensamiento que no roba nada?

 

Aunque menor que otras,

Ipensar también es una ausencia.

Y un olvido que crece.

Y además quedarse solo

y abrir la puerta para desaparecer.

 


69

Jeder geht, wie er kann,

manche mit der halboffenen Brost,

andere mit einer einzigen Hand,

manche mit dem Ausweis in der Tasche,

andere in der Seele,

manche mit dem im Blut verschraubten Mond

und andere ohne Blut, ohne Mond, ohne Erinnerungen.

 

Jeder geht, obwohl er nicht kann,

manche mit der Liebe zwischen den Zähnen,

andere die Haut wechselnd,

manche mit dem Leben und dem Tod,

andere mit dem Tod und dem Leben,

manche mit der Hand auf ihrer Schulter

und andere auf der Schulter eines anderen.

 

Jeder geht, weil er geht,

manche mit einem grübelnden Nachtschwäirmer;

andere, ohne irgendwen getroffen zu haben,

manche durch die Tür, die zum Weg führt oder zu führen scheint,

andere durch eine Tür, die auf die Wand oder vielleicht in die Luft gemalt ist,

manche, ohne das Leben begonnen zu haben

und andere, ohne das Leben begonnen zu haben.

 

Aber alle gehen mit gefesselten Füssen,

manche auf dem Weg, den sie ebneten,

andere auf dem, den sie nicht ebneten

und alle auf dem, den sie nie ebnen werden.

 

69

Cada uno se va como puede,

unos con el pecho entreabierto,

otros con una sola mano,

unos con la cédula de identidad en el bolsillo,

otros en el alma,

unos con la luna atomillada en la sangre

y otros sin sangre, ni luna, ni recuerdos.

 

Cada uno se va aunque no pueda,

unos con el amor entre dientes,

otros cambiándose la piel,

unos con la vida y la muerte,

otros con la muerte y la vida,

unos con la mano en su hombro

y otros en el hombro de otro.

 

Cada uno se va porque se va,

unos con alguien trasnochado entre las cejas,

otros sin haberse cruzado con nadie,

unos por la puerta que da o parece dar sobre el camino,

otros por una puerta dibujada en la pared o tal vez en el aire,

unos sin haber empezado a vivir

y otros sin haber empezado a vivir.

 

Pero todos se van con los pies atados,

unos por el camino que hicieron,

otros por el que no hicieron

y todos por el que nunca harán.

 


Vier 

60

Die Füsse öffnen mir die Flügel,

dieses Geschwür im Mund eröffnet mir den Sinn,

der Schatten lässt meinen Gedanken Licht sein,

die Wunde verzögert mir den Tod.

 

Nur durch die Fesselung des Kleinen

fesselt uns nicht das Grosse.

ader vielleicht ist jede Fesslung klein,

weil das Grosse keine kleinen Knoten machen kann.

 

60

Los pies me abren las alas,

esta llaga de la boca me inaugura el sentido,

la sombra me hace luz el pensamiento,

la herida me detiene la .muerte.

 

Sólo por la atadura de lo pequeño

no nos ata lo grande.

O tal vez toda atadura sea pequeña

porque lo grande no puede hacer pequeños nudos.

 


Zes 

1

Jeder Sprung stützt sich wieder ab.

Aber irgendwo kann ein Sprung

wie ein Brand sein,

ein Sprung, der den Raum vollendet,

wo er enden sollte.

 

Ich bin bei meinen endgültigen Unsicherheiten angekommen.

Hier beginnt der Bezirk,

wo alle Enden verbrannt werden können

und der eigene Abgrund erschaffen werden kann,

um nach innen zu verschwinden.

 

1

Todo salto vuelve a apoyarse.

Pero en algún lugar es posible

un salto como un incendio,

un salto que consuma el espacio

donde debería termillar.

 

He llegado a mis inseguridades definitivas.

Aquí comienza el territorio

donde es posible quemar todos los finales

y crear el propio abismo,

para desaparecer hacia adentro.

 


5

Ich hebe eine Grube aus,

um ein vergrabenes Wort zu suchen.

Wenn ich es finde,

wird das Wort die Grube verschliessen.

Wenn ich es nicht finde,

wird die Grube für immer in meiner Stimme offen bleiben.

 

Die Suche nach dem Vergrabenen

setzt voraus, die scheitemden Aussparungen anzunehmen.

 

5

Hago un pozo

para buscar una palabra enterrada.

Si la encuentro,

la palabra cerrará el pozo.

Si no la encuentro,

el pozo quedará abierto para siempre en mi voz.

 

La búsqueda de lo enterrado

supone adoptar los vacíos que fracasan.

 


7

Wie das Unvollkommene lieben,

wenn wir durch die Dinge hören,

wie das Vollkommene uns ruft?

 

 

Wie im Sturz oder Scheitern der Dinge

die Spur dessen vertolgen,

was weder stürzt noch scheitert ?

 

Vielleicht sollten wir lernen, dass das Unvollkommene

eine andere Form der Vollkommenheit ist:

die Form, die das Vollkommene annimmt,

um geliebt werden zu können.

 

 

7

¿Cómo amar lo imperfecto,

si escuchamos a través de las cosas

como nos llama lo perfecto?

 

¿Cómo alcanzar a seguir

en la caía oel fracaso de las cos as

la huella de lo que no cae ni racasa?

 

Quizá debamos aprender que lo imperfecto

es otra forma de la perfección:

la forma que la perfección asume

para poder ser amada.

 


8

Die Frucht ist die Summe des Baumes,

der Vogel ist die Summe der Luft,

das Blut ist die Summe des Menschen,

das Sein ist die Summe des Nichts.

 

Die Metaphysik des Windes

vermerkt alle Summen

und den Tunnel, den die Wörter

unterhalb der Summen graben.

 

Denn das Wort ist nicht der Schrei,

sondern Empfangen oder Abschied.

Das Wort ist die Summe der Stille,

Der Stille, die die Summe von allem ist.

 

8

El fruto es el resumen del árbol,

el pájaro es el resumen del aire,

la sallgre es el resumen del hombre,

el ser es el resumen de la llada.

 

La metafisica del viento

se notifica de todos los resumenes

y del túnel que excavan las palabras

por debajo de todos los resúmenes.

 

Porque la palabra no es el grito,

Sino recibimiento o despedida.

La palabra es el resumen del silencio,

del silencio, que es resumen de todo.

 


12

Wenn die letzte Lampe erlischt,

erlischt nicht nur etwas Grösseres als das Licht:

der Schatten wird auch angezündet.

 

 

Es sollte dennoch Lampen geben,

 

die ausschliesslich dazu dienen,

den Schatten anzuzünden.

Gibt es etwa nicht Blicke zum Nichtsehen,

Leben nur zum Sterben

und Liebschaften allein für das Vergessen?

 

Es gibt zumindest gewisse bevorzugte Finsternisse,

die ihre eigene Lampe der Dunkelheit verdienen.

 

12

Cuando se apaga la última lámpara

no sólo se apaga algo mayor que la luz:

también se enciende la sombra.

 

Debería haber sin embargo lámparas

que sirvieran exclusivamente

para encender la sombra.

¿No hay acaso miradas para no ver,

vidas nada más que para morir

y amores sólo para el olvido?

 

Hay por lo menos ciertas tinieblas predilectas

que merecen su propia lámpara de oscuridad.

 


13

Die Zeit des Todes vorab verbrauchen,

die Stille der Zukunft verzehren

wie eine vergrabene Blume,

auf Kredit

der unparteiischen Ewigkeit leben, die uns erwartet,

zwischen den Vor- und Nachmittagen

etwas Glaubwürdigeres als den Mittag setzen

und lernen, sich auf die Worter zu stellen,

wenngleich sie liegen.

 

Vielleicht dauert so der Tod kürzer,

nimmt das Leben andere Türen,

und es ermuden nicht so sehr

die Augen, die uns anschauen.

 

13

Gastar por anticipado el tiempo de la muerte,

consumir el silencio del futuro

como una flor enterrada,

vivir a crédito

de Ia eternidad imparcial que nos espera,

poner entre las mañanas y las tardes

algo más digno de fe que el mediodía

y aprender a pararse en las palabras,

aunque estén acostadas.

 

Tal vez así la muerte dure menos,

la vida use otras puertas

y no se cansen tanto

los ojos que nos miran.

 


26

Die Glocke ist voller Wind,

obwohl sie nicht läutet.

Der Vogel ist voller Flug,

obwohl er ruht.

Der Himmel ist voller Wolken,

obwohl er einsam ist.

Das Wort ist voller Stimme,

obwohl es niemand ausspricht.

Jedes Ding ist voller Pluchten,

obwohl es keine Wege gibt.

 

Alle Dinge fliehen

in ihre Anwesenheit.

 

26

La campalla está llena de viento,

aunque no suene.

El pájaro está lleno de vuelo,

aunque esté quieto.

El cielo está lleno de nubes,

aunque es té solo.

La palabra está llena de voz,

aunque nadie la diga.

Toda cosa está llena defugas,

aunque no haya caminos.

 

Todas las cosas huyen

hacia su presencia.

 


52

Es gibt Tage, an denen es keine Luft gibt.

Wir Bergarbeiter der Trostlosigkeit

atmen dann verborgene Substanzen.

U nd kurz bevor wir ersticken,

taumeln wir mit offenem Mund

und zünden kein Feuer an,

um das bisschen Sauerstoff nicht zu verbrauchen, das uns bleibt

wie eine Brotkante vom Vortag.

 

Wir erinnern uns nicht mehr an unseren Strassennamen

oder unsere Kleidergrösse

oder den Klang unserer Stimme

oder unser Körpergefühl.

 

 

Doch plötzlich,

als wären sie auch ohne Luft geblieben,

leeren sich das Gedächtnis und das Vergessen gleichzeitig,

und dann finden wir

die kleinstmögliche Dichte,

die weisen Partikel, an denen die Leere und das Leben

in Berührung kommen.

 

Und dort ist es, nur dort,

wo wir die Rettung durch die Leere entdecken.

 

52

Hay días en que el aire no existe.

Mineros de la desolación,

respiramos en tonces sustancias escondidas.

Y a punto de asfixiarnos,

vagamos con la boca abierta

y no encendemos ningún fuego,

para no consumir el poco oxígeno que nos resta

como un pedazo de pan del día anterior.

 

No recordamos ya el nombre de nuestra calle,

ni la medida de nuestra ropa,

ni el sonido de nuestra voz,

ni la sensación de nuestro cuerpo.

 

Pero de pronto,

como si también se hubieran quedado sin aire,

se vacían a la vez la memoria y el olvido

y encontramos entonces

la mínima densidad posible,

las partículas sabias donde entran en contacto

el vacío y la vida.

 

Yes allí, sólo allí,

donde descubrimos la salvación por el vacío.

 

 


Zeven 

1

Die eigene Hand als Kissen nehmen.

Der Himmel macht das mit seinen Wolken,

die Erde mit ihren Schollen

und der Baum, der mit seinem

eigenen Laub fallt.

 

Nur so kann man das Lied

ohne Entfernung horen,

das Lied, das nicht ins Ohr geht,

weil es im Ohr ist,

das einzige Lied, das sich nicht wiederholt.

 

Jeder Mensch braucht

ein unübersetzbares Lied.

 

1

Usar la propia mano como almohada.

El cielo lo hace con sus nubes,

la tierra con sus terrones

y el árbol que cae

con su propio follaje.

 

Sólo así puede escucharse

la canción sin distancia,

la canción que no entra en el oldo

porque está en el oído,

la unica canción que no se repite.

 

Todo hombre necesita

una canción intraducible.

 


18

Wozu sprechen?

Wozu aber schweigen?

 

Es gibt kein Gehör für unser Wort,

aber es gibt auch kein Gehor für unser Schweigen.

Beide speisen einzig einander.

 

Und bisweilen tauschen sie ihre Bereiche aus,

als wollten sie sich gegenseitig behüten.

 

18

¿Para qué hablar ?

Pero ¿para qué callar?

 

No hay oído para nuestra palabra,

pero tampoco hay oido para nuestro silencio.

Ambos se alimentan unicamente entre sí.

 

Y a veces intercambian sus zonas,

como sí quisieran mutuamente ampararse.

 


30

Jedes Ding ist ein Fluss

innerhalb eines anderen Flusses

und womöglich eines weiteren.

 

Aber diese Flüsse

strömen nie

in die gleiche Richtung.

Deshalb wissen wir nicht,

wo das Meer bleibt.

 

Und sie fliessen auch nicht

mit der gleichen Schnelligkeit.

Deshalb wissen wir auch nicht,

wo das Ufer ist,

das Ufer, an dem zumindest

jemand stehen konnte,

um von dem Vielen ein wenig zu retten,

das die dunklen Strömungen

der Flüsse innerhalb der Flüsse fortreissen.

 

Diese Flüsse, die nicht einmal

mit einem Flussbett darunter

und einer Luftschicht darüber

fliessen, denn auch sie

befinden sich gewöhnlich innerhalb der Flüsse.

 

oder vielleicht umgekehrt:

womöglich wird das Flussbett oben sein

und die Luft hingegen unten.

Falls jemand glauben sollte, einen Wachturm zu erspähen

In der unbegrenzten und pauselosen Flutung.

 

30

Cada cosa es un río

adentro de otro rio

y quizás otro.

 

Pero esos ríos

no se deslizan nunca

en el mismo sentido.

Por eso no sabemos

adónde queda el mar.

 

y no corren tampoco

con la misma rapidez.

Por eso ni sabemos

adónde está la orilla,

la orilla en la que al menos

alguien podría pararse

para rescatar algo de lo mucho que arrastran

las corrientes oscuras

de los ríos adentro de los ríos.

 

Esos ríos que ni siquiera corren

con un lecho debajo

y una capa de aira arriba,

porque también ellos

suelen estar adentro de los ríos.

 

O tal vez al revés:

quizá esté ellecho arriba

y el aire en cambio abajo.

 

Por si alguien creyera vislumbrar una atalaya

en el derrame sin límite y sin pausa.

 


37

Die Musik bedarf keiner Rechtfertigung.

Sie unterbricht die Stille nicht:

sie öffnet sie wie eine reife Frucht,

wie eine feuchte Hand,

wie einen innig ausgeglichenen Tempel.

 

Das Wort hingegen bedarf wohl einer Rechtfertigung.

Es nimmt in die Stille

die Erschüitterung auf, die aus dem Sinn hervorgeht,

die Unannehmlichkeit dies es sich einschleichenden Zwanges,

der die Stille zermürbt.

 

Die Musik begleitet die Nacht.

Das Wort verbessert sie immer.

Das Wort beginnt im Menschen.

Die Musik kann irgendwo beginnen.

Die Musik ist eine Geste zum Licht.

Das Wort ist eine Geste vor der Leere.

Das Wort verwirrt die Dinge.

Die Musik ist eine Verjüngung des Nichts.

 

Die Musik ergänzt das Unsichtbare.

Das Wort schneidet nur das Sichtbare aus

und heftet es mit Stecknadeln

auf die Vogelrücken.

 

 

37

La música no necesita justificación.

Ella no rompe el silencio:

lo abre como a un fruto maduro,

como a una mano húmeda,

Como a un templo fervorosamente ecuánime.

 

 

La palabra, en cambio, sí necesita justificación.

Ella incorpora al silencio

el estremecimiento que emana del sentido,

el sinsabor de ese insinuante apremio

que desgasta al silencio.

 

 

La música acompaña a la noche.

La palabra siempre la corrige.

La palabra empieza en el hombre.

La música puede empezar en cualquier parte.

La música es un gesto hacia la luz.

La palabra es un gesto ante el vacío.

La palabra desconcierta a las cosas.

La música es una reducción de la nada.

 

 

La música completa lo invisible.

La palabra sólo recorta lo visible

y lo prende con alfileres

en la espalda de los pájaros.

 


Acht

47

Die Natur ist Übermass

Das Denken ist es auch.

 

Aber zwischen beiden gibt es kleine Flusssinseln der Einsamkeit,

auf denen sich manchmal das Vergessene sammelt

und der Mensch sich erneut auf die Harmonie berufen kann.

 

Wenngleich natürlich das Übermass fortdauert.

 

47

La naturaleza es un derroche.

El pensar también lo es.

 

Pero hay entre ambos unos islotes de soledad

donde a veces se concentra lo olvidado

y puede el hombre invocar .de nuevo la armonía.

 

Aunque el derroche, por supuesto, continúe.

 


53

Man soll anfangen, ab und zu das Schreiben zu verlassen,

und lernen, mit dem weissen Blatt zusammenzuleben,

mit seiner glatten Ebene,

mit seinem zu offenen Horizont.

 

Man soll unsere Vorstellungen in der Schwebe lassen,

damit wir uns unseren Wandlungen nähern

und mit ihnen im äussersten Weiss sprechen,

ohne auch nur den Buchstaben als Zeugen zu haben.

 

53

Hay que empezar a abandonar cada tanto la escritura

y aprender a convivir con la página en blanco,

con su llanura demasiado lisa,

con su horizonte demasiado abierto.

 

Hay que dejar en suspenso nuestras figuraciones

para aproximamos a nuestras transfiguraciones

y dialogar con ellas en el extremo del blanco,

sin tener siquiera la letra como testigo.

 


61

Zwischen dem Bereich der Fragen

und dem Bereich der Antworten

gibt es ein Gebiet, wo

ein seltsamer Keim lauert.

 

Jede Frage ist ein Scheitern.

Jede Antwort ist ein weiteres.

Aber zwischen beiden Niederlagen

erscheint gewöhnlich ein schlichter Halm,

etwas, das jenseits der Abhängigkeiten liegt.

 

61

Entre la zona de las preguntas

y la zona de las respuestas,

hay un territorio donde acecha

un extraño brote.

 

Toda pregunta es un fracaso. .

Toda respuesta es otro.

Pero entre ambas derrotas

suele emerger como un humilde tallo

algo que está más allá de los sometimientos.

 


Negen

6

Alles stützt sich auf etwas

oder hängt an etwas.

 

Aber worauf stützt sich

oder woran hängt die Mitte?

 

Vielleicht stützt sie sich auf ihren eigenen U mkreis

und hängt auch daran.

 

Die Rose stützt sich auf die Erde,

aber eigentlich hängt sie am Himmel.

 

Das Denken stützt sich auf eine Abweichung des K6rpers,

aber eigentlich hängt es am Traum.

 

Die Liebe stützt sich auf einen raumlichen Abschnitt,

aber eigentlich hängt sie an einem zeitlichen Abschnitt.

 

Die Anwesenheit stützt sich auf das, was es gibt,

aber eigentlich hängt sie an dem, was es nicht gibt.

 

Die Mitte stützt sich auf eine Leere,

aber eigentlich hängt sie an einer anderen.

 

6

Todo se apoya en algo

Io cuelga de algo.

 

Pero ¿dónde se apoya

o de qué cuelga el centro?

 

 

Tal vez se apoye en su propia periferia

y también cuelgue de ella.

 

La rosa se apoya en la tierra,

pero en verdad cuelga del cielo.

 

El pensar se apoya en un desliz del cuerpo,

pero en verdad cuelga del suello.

 

El amor se apoya en un espacio recortado,

pero en verdad cuelga de un tiempo recortado.

 

La presencia se apoya en lo que hay,

pero en verdad cuelga de lo que no hay.

 

El centro se apoya en un vacío,

pero en verdad cuelga de otro.

 


16

Die Wege nach oben

kommen nie an.

Die Wege nach unten

kommen immer an.

 

Es gibt auch Zwischenwege.

 

Aber vorher oder nachher geht jeder Weg

nach oben oder unten.

 

16

Los caminos hacia arriba

nunca llegan.

Los caminos hacia abajo

siempre llegan.

 

Hay también caminos intermedios.

 

Pero antes y después todo camino

va hacia arriba o abajo.

 


23

Es gibt keine Zeit.

Es gibt keine Zeit mehr.

Aber gab es jemals Zeit?

 

Die Illusion des bevorstehenden Lebens

wird mit dem Verb

des zurüickgelegten Lebens konjugiert.

 

Und jeder Verlauf ist nicht mehr als ein Punkt,

vielleicht ein erweiterungsfähiger Punkt

oder die Kehrseite dieses Punktes,

denn die Zeit ist pünktlich.

Ein Punkt, der manchmal leicht verrutscht

wie ein Lichttropfen der Verwunderung

oder ein unverhofftes Schattenteilchen,

nur um etwas ähnliches wie einen Abschnitt

am fast beständigen Barometer zu rechtfertigen,

das den nichtmoglichen Lebensdruck misst.

 

Oder womöglich nur

den diagonalen Druck des Nichtmöglichen.

 

23

No hay tiempo.

Ya no hay tiempo

Peru ¿alguna vez hubo tiempo?

 

La ilusión de la vida por delante

se conjuga con el verba

de la vida por detrás

 

Y todo transcurrir no es más que un punto,

quizá un punto extensible

0 el revés de ese punto,

porque el tiempo es puntual.

Un punto que a veces se desliza levemente,

como una gota de asombro de la luz

o un inesperado corpúsculo de sombra,

tan sólo para justificar algo parecido a un nivel

en cl barómetro casi fijo

quc mide la presión imposible de la vida

 

O tal vez simplemente

la presión diagonal de lo imposible

 


39

Der Schnee verwandelt die Welt in einen Friedhof.

Aber die Welt war bereits ein Friedhof,

und der Schnee kam nur, um es bekannt zu machen.

 

Der Schnee kam nur, um mit seinern

gliederlosen, dünnen Finger auf den wahren

und aufsehenerregenden Darsteller zu zeigen.

 

Der Schnee ist ein gefallener Engel,

ein Engel, der die Geduld verlor.

 

39

La nieve ha convertido al llundo en cellenterio.

Pero el llundo ya era un cellenterio

y la nieve sólo ha venido a publicarlo.

 

La nieve sólo ha venido a seiialar,

con su delgado dedo sin ariiculaciones,

al verdadero y escandaloso protagonista.

 

La nieve es un ángel caido,

un ángel que ha perdido la paciencia.

 


50

Wir sind der Entwurf eines Textes,

der niemals sauber abgeschrieben wird.

 

Mit durchgestrichenen Wörtern,

Wiederholungen,

Sudeleien

und sogar mit Rechtschreibfehlern.

 

Mit Wörtern, die warten,

wie alle Wörter warten,

hier jedoch verlassen sind,

doppelt verlassen

zwischen unordentlichen und erstarrten Rändern.

 

Es würde aber genügen, dass dieser Rohentwurf

nur einmallaut gelesen wird,

damit wir nie mehr

einen endgültigen Text erwarten.

 

50

Somos el borrador de un texto

que nunca será pasado en limpio.

 

Con palabras tachadas,

repetidas,

mal escritas

y hasta con faltas de ortografía.

 

Con palabras que esperan,

como todas las palabras esperan,

pero aquí abandonadas,

doblemente abandonadas

entre márgenes desprolijos y yertos.

 

Bastaría, sin embargo, que este tosco borrador

fuera leído una sola vez en voz alta,

para que ya no esperásemos más

ningún texto definitivo.

 


Tien

57

Die Namen bezeichnen nicht die Dinge:

sie umhüllen sie, sie ersticken sie.

 

Aber die Dinge zerreissen

ihre Worthüllen

und sind wieder da, nackt,

und erwarten ein wenig mehr als die Namen.

 

Nur die eigene Stimme der Dinge

kann sie nennen,

die Stimme, die weder sie noch wir kennen,

in dieser Neutralität, die kaum spricht,

dieses riesige Stillschweigen, an dem die Wellen brechen.

 

57

Los nombres no designan a las cosas:

las envuelven, las sofocan.

 

Pero las cosas rompen

sus envolturas de palabras

y vuelven a estar ahí, desnudas,

esperando algo más que los nombres.

 

Sólo puede decirlas

su propia voz de cosa,

la voz que ni el las ni nosotros sabemos,

en esta neutralid ad que apenas habla,

este mutismo enorme donde rompen las olas.

 


Elf

1-2

Es geht nicht darum zu sprechen,

auch nicht darum zu schweigen:

es geht darum, etwas zu öffnen

zwischen dem Wort und der Stille.

 

Vielleicht, wenn alles verstreicht,

auch das Wort und die Stille,

bleibt dieser Bereich offen

wie eine rückwirkende Hoffnung.

 

Und womöglich bildet jenes umgekehrte Zeichen

ein Warnsignal

für dieses unbegrenzte Stillschweigen,

in das wir spürbar versinken.

 

1-2

No se trata de hablar,

ni tampoco de callar:

se trata de abrir al go

entre la palabra y el silencio.

 

Quizá cuando transcurra todo,

también la palabra y el silencio,

quede esa zona abierta

como una esperanza hacia atrás.

 

Y tal vez ese signo invertido

constituya un toque de atención

para este mutismo ilimitado

donde palpablemente nos hundimos.

 


III -10

Durch ein Staunen werden wir geboren,

durch ein anderes werden wir sterben.

 

Leben ist, dieses Staunen abzulegen.

Es sei denn, daB Geburt und Tod

Tod und Geburt sind.

 

Das Leben wäre dann ein weiteres Staunen:

das dritte.

 

Das untragbarste.

 

III -10

Nacimos de un asombro,

moriremos de otro.

 

Vivir es extraviar el asombro.

A menos que nacer y morir

sean monr y nacer.

 

La vida seria entonces otro asombro:

el tercero.

 

El más insostenible.

 


IV-6

Die das Weinen vergessen,

werden eines Tages

trotz ihrer Beklemmung

zur Quelle zurückkehren mussen.

 

Eines Tages werden sie empfinden,

dass der Mangel an Tränen

jedwedes Gesicht letztlich auslöscht,

auch wenn es Gottes ist.

 

IV-6

Quienes se olvidan de llorar

deberán algtIn dia,

a pesar de su apremio,

regresar a la fuente.

 

Sentirán algún dia

que la falta de lágrimas

termina por borrar cualquier rostro,

aunque sea el de dios.

 


IV -28

Es gibt keine verlorenen Paradiese.

Das Paradies ist etwas, das man jeden Tag verliert,

wie jeden Tag das Leben,

die Ewigkeit und die Liebe verlorengehen.

 

So verlieren wir auch das Alter,

das zu wachsen schien

und dennoch täglich geringer wird,

weil die Rechnung umgekehrt ist.

ader man verliert so die Farbe von allem Vorhandenen,

herabsteigend wie ein dressiertes Tier,

Stufe für Stufe,

bis wir ohne Farbe bleiben.

 

Und da wir ausserdem wissen,

dass es auch keine zukünftigen Paradiese gibt,

bleibt uns dann kein anderer Ausweg,

als das Paradies zu sein.

 

IV-28

No existen paraisos perdidos.

El paraíso es algo que se pierde todos los días,

como se pierden todos los días la vida,

la eternidad y el amor.

 

Así también se nos pierde la edad,

que parecía crecer

y sin embargo disminuye cada día,

porque la cuenta es al revés.

O asi se pierde el color de cuanto existe,

descendiendo como un animal amaestrado

escalón por escalón,

hasta que nos quedamos sin color.

 

Y ya sabemos además

que tampoco existen paraísos futuros,

no hay más remedio, entonces,

que ser el paraíso.

 


Dertien

31

Die Abwesenheit Gottes bestärkt mich.

Ich kann seine Abwesenheit besser anrufen

als seine Anwesenheit.

 

Die Stille Gottes

lässt mich sprechen.

Ohne seine Stummheit

hätte ich überhaupt nicht sprechen gelernt.

 

Statt dessen

stelle ich jedes Wort

in eine kleine Pause der Stille Gottes,

auf ein Fragment seiner Abwesenheit.

 

31

La ausencia de dios me fortifica.

Puedo invocar mejor su ausencia

que si mvocara su presencia.

 

El silencio de dios

me deja hablar.

Sin su mudez

yo no hubiese aprendido a decir nada.

 

Así en cambio

pongo cada palabra

en un punto del silencio de dios,

en un fragmento de su ausencia.

 


Veertien

13

Es kommt immer ein Moment,

in dem man sich von den Menschen ausruhen muss

wie die Rose vom Gärtner

oder der Garten von der Rose.

 

Wie sich das Wasser vom Wasser ausruht

oder der Himmel vom Himmel.